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Wohnungsbau – Stadt verfehlt selbst gestecktes Ziel deutlich!

Augsburg, 10.12.2018. Die Stadt Augsburg gab ihm Jahre 2014 das Ziel aus, dass man in der Legislaturperiode des Stadtrates von 2014 – 2020 mindestens 600 neue Wohnungen durch die städtische Wohnbaugesellschaft (WBG) schaffen lassen werde. Dieses Ziel wird wohl deutlich verfehlt werden.

„Die Menschen in Augsburg haben ein schwerwiegendes Problem: Es gibt zu wenige bezahlbare Wohnungen. Viele der neu errichteten Wohnungen sind für die meisten Menschen unbezahlbar. Der Anteil der geförderte Wohnungen (Einkommensorientierte Förderung – EoF) mit meist 20-30% ist viel zu niedrig, siehe aktuelles Beispiel Fabrikschloss-Areal.

Besonders wenn man weiß, dass mittlerweile ca. 70% der Augsburger Bevölkerung diese Förderung in Anspruch nehmen könnte, wenn es entsprechende Wohnungen gäbe! Die Situation wird immer schwieriger, die Miete frisst einen immer größeren Anteil des Einkommens auf und immer mehr Menschen sind von Wohnungslosigkeit bedroht. Neben Bund und Ländern, die hier dringend gesetzgeberisch und markregulierend eingreifen müssen, sind auch die Kommunen gefordert für ausreichend bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu sorgen.

Nur 296 neue Wohnungen bis 2020 statt 600!

Die Stadt hat dieses Problem in dieser Stadtratsperiode dem Anschein nach erkannt, die Mehrheitsfraktionen aus CSU, SPD und Grünen haben zu Beginn der Periode das Ziel 600 neue Wohnungen bis 2020 zu schaffen ausgerufen. In Anbetracht eines Bedarfs von jährlich ca. 1.000 neuen Wohnungen ist dieses Ziel viel zu niedrig. Laut Angaben der Stadt Augsburg werden wohl bis 2020 - 296 neue Wohnungen durch die WBG zur Verfügung gestellt werden können. Weitere 650 sind für die folgenden Jahre in Planung. Der Grund für das deutliche Verfehlen des Ziels ist, dass die  Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) faktisch sich selbst überlassen ist. Der Geschäftsführer Herr Dr. Hoppe, muss mit dem Kapital und Einkünften die er hat wirtschaften. Das bedeutet neben dem Bau von neuen Wohnungen auch die Modernisierung der vorhandenen und den Erhalte eines günstigen Mietniveaus in den Bestandswohnungen der WBG. Außerdem werden die Flächen knapp und immer teurer. Hier muss die Stadt helfen. Eine aktuelle Möglichkeit für die WBG oder Förderung von Genossenschaften, wäre das Ledvance-Areal, aber hier will die Stadt keine Wohnungen errichten – das ist mehr als unverständlich!

Bauen allein senkt die Mieten nicht!

Die Stadt müsste die WBG finanziell unterstützen, so dass diese mit einem möglichst hohen Bestand an eigenen Wohnungen und mit möglichst günstigen Mieten die deutlich unter den Marktpreisen liegen, dämpfend und bremsend in den Mietmarkt eingreifen könnte. Dies würde z.B. auch das Aufkaufen von bestehenden Wohnungen und Wohnanlagen bedeuten. Hierfür müsste die WBG jährlich mit Millionenbeträgen unterstützt werden, die Stadt Augsburg verzichtet lediglich auf die Gewinnausschüttung durch die WBG, die in einem niedrigen sechsstelligen Betrag liegt - das ist lächerlich!


Aufgrund der Einkommensverhältnisse der Menschen in Augsburg und den bisher erhobenen Daten, wissen wir recht gut, welches Mietniveau in welcher Menge benötigt wird. Auch die geförderten Wohnungen der EoF sind für viele Menschen schon jetzt zu teuer und hier kann die Miete ganz normal alle drei Jahre erhöht werden. Es sind eben KEINE Sozialwohnungen!

Die Stadt Augsburg muss endlich handeln und den Ernst der Lage begreifen, die WBG massiv finanziell unterstützten und den privaten Investoren deutlich strengere Auflagen bezüglich des Anteils von EoF Wohnung bei Neubauten machen – sonst laufen wir in Augsburg sehenden Auges in eine soziale Notlage mit massiven negativen Auswirkungen hinein!“

Stadtrat
Alexander Süßmair