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Alexander Süßmair, MdB

Für eine Bewegung des ländlichen Raumes in Europa- und Deutschland!

Unter dem Titel »Wie bauen wir den ländlichen Raum auf und wer tut es?« fand vom 6.-9. September das 12. »Dorfparlament« in Schweden statt. Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages entsandte eine Delegation, darunter zwei Bundestagsabgeordnete: Einer davon war Alexander Süßmair, Sprecher für ländliche Räume der Fraktion DIE LINKE. Dazu Süßmair:

Unter dem Titel »Wie bauen wir den ländlichen Raum auf und wer tut es?« fand vom 6.-9. September das 12. »Dorfparlament« in Schweden statt. Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages entsandte eine Delegation, darunter zwei Bundestagsabgeordnete: Einer davon war Alexander Süßmair, Sprecher für ländliche Räume der Fraktion DIE LINKE. Dazu Süßmair:

»Die Reise nach Schweden hat sich für uns sehr gelohnt. Ich bin beeindruckt vom Selbstbewusstsein und Enthusiasmus der Menschen dort, mit dem sie sich für ihre Dörfer und kleinen Städte einsetzen. Insgesamt nahmen an der Konferenz über 700 Menschen teil, darunter mehr als 70 Gäste der europäischen Dorfbewegungen von Island bis Albanien. Drei schwedische Regierungsmitglieder waren zugegen. Veranstalterin war die Dachorganisation Ganz Schweden soll leben‹, die über 5000 lokale Aktionsgruppen vertritt. ›Ganz Schweden soll leben‹ koordiniert den Widerstand gegen die Ausdünnung der Infrastruktur in ländlichen Räumen, wie z.B. die Schließung von Kitas, Schulen, Krankenhäusern und die Streichung von Bahn- oder Busverbindungen. Die Politik in Schweden nimmt das sehr ernst. Die Beschlüsse und Forderungen der Dorfkonferenz werden unmittelbar an die Ministerin für ländliche Angelegenheiten weitergeleitet. Bereits im Vorfeld der Konferenz hatte Wirtschaftsministerin Annie Lööf angekündigt, die Mittel für den Breitbandausbau fürs Internet auf 130 Mio. Euro (1,1 Milliarden Kronen) zu verdoppeln.

Interessant waren auch die Berichte aus anderen Ländern in Europa. Viele sind schon deutlich weiter als wir in Deutschland und haben bereits gut aufgestellte Bewegungen für den ländlichen Raum. Fürs nächste Jahr ist die Gründung eines Europäischen Dorfparlaments mit Sitz in Brüssel geplant. Die Initiativen der Dorfbewegung in Deutschland müssen sich dringend enger vernetzen um den Anschluss an diese Entwicklung nicht zu verpassen. Die Interessen des ländlichen Raumes müssen größeres politisches Gewicht bekommen. Zurzeit wird Politik fast ausschließlich aus städtischer Perspektive gemacht. Damit sich das ändert, müssen die Menschen in den ländlichen Räumen aktiv werden und ihre Forderungen und Bedürfnisse selbst vertreten. Eine Dorfbewegung kann nur von unten entstehen, das haben wir eindrucksvoll in Schweden gesehen. DIE LINKE wird dies mit allen Kräften unterstützen.«