26. Juli 2011 Alexander Süßmair, MdB - Vor Ort - Günzburg
Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag lud zu einer Informationsveranstaltung im Forum am Hofgarten in Günzburg ein. Neben Alexander Süßmair (MdB aus Augsburg) waren auch MdB Johanna Voß (stellv. Mitglied des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses Gorleben) und Rudi Sprössel (Vertreter der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg) , beide angereist aus Niedersachsen, zu Gast. Auch Raimund Kamm (Bürgerinitiative FORUM gemeinsam gegen das Zwischenlager in Gundremmingen) war als Kenner der Situation vor Ort eingeladen.
Einleitend erörterte Alexander Süßmair den von Schwarz-Gelb mit Unterstützung von SPD und Grünen beschlossenen Ausstieg bis 2022. Er kritisierte, dass der Ausstieg viel früher möglich gewesen wäre (nach Ansicht der LINKEN schon bis 2014) und dass er sozial unausgewogen sei. Vor allem die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Einkommens-schwache, würden am stärksten belastet. Die vier Atomkonzerne (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall) sowie die Industrie werden aus der Verantwortung entlassen.
Johanna Voß berichtete aus der teils langwierigen und schwierigen Arbeit im Untersuchungsausschuss Gorleben. Es seien tausende Akten zu sichten und unzählige Zeugen zu hören. Dabei wurden schon viele Unregelmäßigkeiten und gesetzeswidriges Handeln bei der Entscheidung für Gorleben als mögliche Endlagerstätte aufgedeckt.
Rudi Sprössel erzählte von seinen unschönen Erlebnissen in Gorleben und wies auf die die gesundheitlichen Gefahren für die Anwohner hin. Des Weiteren schilderte er viele Verstöße gegen geltende Vorschriften im Salzstock von Gorleben.
Raimund Kamm referierte über die Geschichte und die örtlichen Gegebenheiten des AKW in Gundremmingen. Hinter dem 3 x E Konzept - Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energie - standen alle Diskutanten einmütig. Unterschiedliche Meinungen auch in der Zuhörerschaft gab es aber bezüglich der Ausführung eines möglichen atomaren Endlagers: Sarkophaglösung oder Möglichkeit des Umlagerns, mehrere Endlager oder nur eines, nur im Inland oder auch im Ausland?
Einig war man sich dann wieder: Die Situation so wie jetzt in Gundremmingen, mit dem riesigen, oberirdischen Zwischenlager und den Abklingbecken außerhalb des Reaktorsicherheitsbehälters, ist die denkbar schlechteste. Deshalb wird sich jeder der Anwesenden im Rahmen seiner Möglichkeiten, parlamentarisch oder außerparlamentarisch, für die konsequente Suche nach einem geeigneten Endlager einsetzen, damit es nicht bei einem bleibt: aus Mangel an Möglichkeiten „Endlager Gundremmingen“.