05. Oktober 2011 Alexander Süßmair, MdB - Vor Ort - Groß-Umstadt, Aschaffenburg

Nachwachsende Rohstoffe und Biogas

 
Alexander Süßmair, bayerischer Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, besuchte am 5. Oktober 2011 das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel in Groß-Umstadt und referierte in Aschaffenburg über nachwachsende Rohstoffe und Biogas.
 

Beim DLG Testzentrum informierte sich Alexander Süßmair über aktuelle Projekte. Geprüft werden dort unter anderem Traktoren, Gartengeräte, Motorsägen oder Tierfutter. Außerdem werden die DLG-Experten von Biogasanlagenbetreibern für technische Prüfungen engagiert, etwa um sicher zu stellen, dass kein Methan aus den Anlagen austritt. Ganz aktuell werden Versuchsreihen mit Solarzellen durchgeführt, wo es darum geht, diese auf ihre Ammoniak-Beständigkeit zu prüfen. Denn bei etlichen Solaranlagen, die auf Stalldächer montiert worden waren, zeigten sich in den letzten Jahren Schäden an den Solarzellen aufgrund von Ammoniak, der bei der Viehhaltung entsteht.
 

Informationsveranstaltung in Aschaffenburg

Am Abend gab Alexander Süßmair einen Überblick über die breite Palette der weltweit angebauten nachwachsenden Rohstoffe und ihre vielfältige Nutzung. Die Produktion von nachwachenden Rohstoffen für die stoffliche Nutzung waren neben der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln immer schon das zweite Standbein der Landwirtschaft. Neu ist dagegen der seit einigen Jahren stark zunehmende Anbau von Pflanzen für die energetische Nutzung, was vor allem hier zu Lande durch die vielen neuen Biogasanlagen und Maisfelder augenfällig wird.

»Für DIE LINKE ist die Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen, also Biomasse, ein wichtiger Beitrag zur Energiewende.«  So seien etwa Biogasablagen grundlastfähig, weil sie anders als Solar- oder Windkraftanlagen kontinuierlich Energie liefern, was ein großer Vorteil sei. »Allerdings ist die Nutzung von Energiepflanzen, vor allem in Entwicklungsländern, erst dann verantwortbar, wenn die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln gesichert ist. Aber auch in Europa, ist die Verwendung von Agrarprodukten zur Energieerzeugung nur in einem bestimmten Umfang sinnvoll. Es ist nicht möglich, ökologisch nachhaltig und mit Rücksicht auf die Lebensmittelproduktion, unseren heutigen Energieverbauch mit Hilfe von Nachwachsenden Rohstoffen zu decken«, stellte Alexander Süßmair klar. Zur Energiewende gehört für ihn deshalb nicht nur der Umstieg auf erneuerbare Energien, sondern auch die Energieeinsparung. Mittels regionaler Wirtschaftskreisläufe und einer sozial und ökologisch nachhaltigen Produktionsweise könnten beispielsweise viele Transportwege drastisch reduziert und dadurch viel Energie eingespart werden. Auch müsse und könne laut Süßmair die Energieeffizienz bei vielen Geräten und Produktionsprozessen gesteigert werden.

Im Zusammenhang mit den ökologischen und pflanzenbaulichen Problemen, die beim Maisanbau für Biogasanlagen auftreten, forderte der Bundestagabgeordnete, dass intensiver geforscht werden müsse, um andere Pflanzenarten zu finden, die den Mais als Substrat für Biogasanlagen ersetzen können. Des weiteren muss die Beachtung von Fruchtfolgen, sowie die Verhinderung von Monokulturen im Fachrecht festgeschrieben werden. Außerdem müsse die EU-Agrarförderung ab 2014 ökologische und soziale Aspekte (z.B. Arbeitsplätze) stärker berücksichtigen als bisher.