Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg Verkehr, traf bei einer
Veranstaltung des Fahrgastverbands »Pro Bahn« einige aufschlussreiche Aussagen. So planten die Stadtwerke eine neue Wendeschleife auf der Höhe des geplanten Tunnels,
also unterirdisch. Kostenpunkt etwa 7,5 Millionen Euro.
Wir fragen uns, ob diese Aussagen mit dem Baureferat und dem Stadtplanungsamt
abgesprochen sind. Wenn ja, fragt sich, ob diese die Planung unterstützen und warum das
Vorhaben nicht im Bauausschuss angesprochen wurde. Die entscheidende Frage ist
aber, wer dies bezahlen soll, und wie dies in Zeiten der finanziellen Notlage der Stadt
Augsburg zu rechtfertigen ist?
Weiterhin mahnte Walter einen Wettbewerb zur Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes-West
an. Diese Forderung unterstützt DIE LINKE. Es mache relativ wenig Sinn, die Varianten
der Linie 5 zu diskutieren, ohne die Situation am Ausgangspunkt gelöst zu haben. Im
Übrigen hat die Stadtregierung im vergangenen Herbst beim Bürgerentscheid gefordert,
»am Bahnhof jetzt anzufangen«. Wenn im Frühsommer noch nicht mal die Ausschreibung
für den Wettbewerb vorbereitet wurde, fragen wir uns: Wann genau »jetzt« sein soll.
DIE LINKE Stadtratsgruppe hat, seit sie im Stadtrat vertreten ist, den kostspieligen Umbau
des Hauptbahnhofes kritisiert. Wird sind nach wie vor der Meinung, dass man eine
deutliche Verbesserung der Verkehrssituation und einen barrierefreien Bahnhof, auch
ohne die teure Untertunnelung hätte realisieren können. Ob das Gesamtprojekt, derzeit
mit ca. 100 Millionen Euro veranschlagt, nicht noch deutlich teuerer werden wird, ist bis
heute nicht klar.
Stadtrat Alexander Süßmair, MdB
Stadtrat Benjamin Clamroth